Hallo, ich hatte vor etlichen Monaten in diesem Forum meine extremen Probleme mit der Maske beschrieben. Mein gesundheitlicher Werdegang danach ging über eine Nasen OP(Scheidewand beschnitten) und dem austesten einiger Mittelchen eher schlecht als recht weiter.
Die Nasen OP war allerdings relativ erfolgreich verlaufen. Ich hatte zuvor immer sehr leicht eine geschlossene oder stark verminderte Nasenatmung. Wer den Effekt kennt unter einer Decke kaum noch genug Luft zu bekommen, der kann nachvollziehen was so eine OP für Vorteile haben kann. Nachteil war zu dem Zeitpunkt das ich ganze 6 Wochen lang ohne die Maske auskommen musste, auch ein erheblicher Nachteil einer rein nasalen Maske und eine Vollmaske vertrug ich überhaupt nicht.
Alles in allem war ich ziemlich frustriert, die Leistung bei der Arbeit verminderte sich in der Zeit wieder sehr und ich war wirklich am Boden zerstört. Da traf ich auf einen kollegen, welcher ähnliche Probleme hatte und er empfahl mir eine Protusionsschiene auszuprobieren.
Ich liess also einem Gipsabdruck, mittlerer Härte, beim Zahnarzt erstellen, nahm diesen mit und schickte ihn zum Fachmann meiner Wahl.
Die Krankenkassen zahlen leider seid geraumer Zeit nichts mehr hinzu und somit blieben die Kosten von ca. 800 Euro an mir kleben, viel Geld für einen hoffnungsvollen Versuch dachte ich mir da.
Ich bekam nach weniger Zeit die Protusionsschiene, auf Kopfbiss eingestellt zurück und konnte sie mühelos in der nächsten Nacht ausprobieren. Das Gefühl war schon etwas seltsam, natürlich gewöhnungsbedürftig, aber da ich schon zur mal eine Kauschiene getragen hatte war der Fremdkörper nicht so schlimm wie ich dachte.
Nur am Morgen bemerkte ich einen kleinen Nachteil der Schiene, meine Zähne fühlten sich an als ob nichts mehr am richtigen Platz sei. Ich konnte sogar meinen Unterkiefer vor meinen Oberkiefer schieben und leicht zubeissen, so das die Innenseite meiner unteren zähne die Aussenseite der oberen berührten, ein erschauderndes Anfangserlebnis.
An diese Irritation habe ich mich aber nun gewöhnt und es haben sich folgende Vorteile ergeben:
1. Ich habe keine gefährdenden Apnoen mehr, waren es zuvor doch 95% Obstruktive!
2. Mein Schnarchen , ist bis auf wenige leichte Ausnahmen, in der Lautstärke und Anzahl fast auf null reduziert. Die einzigste Ausnahme bilden schnarchgeräusche, welche leicht gurgelnd, rasselnd oder zischend sich äussern, aber auch nur von sehr kurzer Dauer sind. Vielleicht eine Gewöhnungssache, der Körper muss sich an die Schiene wohl genauso gewöhnen wie an eine Maske.
3. Ich bin nun noch ein Stückchen wacher als mit der Maske und wieder erhöht leistungsfähiger, was natürlich auch meine Partnerin freut, vom nächtlichem Blubbern ganz abgesehn. Sie hattte zwar immer beteuert es habe sie nocht sehr gestört, aber ich merke es schon an ihrem eigenen erhöhtem Wachsein das es sehr wohl ein kleiner Einschlafstörungsfaktor war. Kommt vielleicht aber auch vom Gerätetyp wie lauft oder leise diese sind!
4. Mein Herzrasen oder Lungendruck, welche häufig im Zeitraum der Maskentherapie auftraten sind nun einfach verschwunden.
5. Mein zuvor vorhandenes Kiefernknacksen ist fast ganz verschwunden, von wegen Atrose und so
Meine Meinung dazu:
Ich glaube, wenn vom Schlaflabor eine über 90%ige Obstruktion diagnostiziert wird, dann ist man auf jeden Fall ein möglicher Patient für eine Protusionsschiene. Diese muss aber dafür ausgelegt sein das sie auch das seitliche verschieben des Kiefers abfängt. Meine eigenen Rückfragen beim Hersteller meiner Schiene, ergaben das fast bei 80% aller Anwender der Unterkiefer entweder nach hinten rutscht oder sogar seitlich "wegkippt". Ich konnte bei mir selbst zuvor eine erhöhte seitliche Bewegungsfreiheit feststellen, welche nun nach Wochen der nächtlichen Nutzung wieder "normalisiert" ist, sprich meinen Kiefer kann ich nicht mehr seitlich gegeneinander extrem verschieben.
Auch mein voher vorhandenes Kiefernknacksen, eine angeblich normale Abnutzung des Kieferngelenkes(nach Kieferchirurg+Orthopädie!) ist nur fast komplett verschwunden und zusätzlich die schmerzhafte Verspannung meiner Kiefermuskulatur. Meine Muskeln im Gesicht am Kiefer taten mir immer weh, das tat ich immer als völlig normal ab, wohl eine Ursache eines möglichen Bruxismus dachte ich und äusserte auch der Orthopäde. Alles weg nur wenn ich einseitig auf was hartes fest Beisse, dann knackst es kurz wieder.
Nachteile: Es ist nicht für jedermann leicht sich an den Druck im Gebiss zu gewöhnen und die morgendliche Irritation der Kieferstellung, welche sich innerhalb weniger Minuten wieder normalisiert, ist ebenso sehr gewöhnungsbedürftig.
Ein schaler Geschmack bildet sich oft morgends heraus, anfangs dachte ich es sei die Zahnpasta, aber jemand erklärte mir das müsse der eingeatmete Staub sein, was wohl darauf hindeutet das mein Mund oft lange offen ist. Naja ich habe lange Jahre geschnarcht durch den offenen Mund und da dauert es wohl noch etwas bis ich mich daran gewöhnt habe.
Ein bisschen Kuki.. oder anderes hilft!
Etwas, was ich auch nicht verschweigen möchte ist, das diese Irritation sich auch auf den Biss auswirkt, sprich ich habe leicht das Gefühl das meine Zähne nicht mehr 100% beim Schliessen aufeinander abgestimmt sind. Es ist nicht so schlimm das ich nicht mher kaufen kann, aber es macht sich schon etwas bemerkbar. Der behandelnde Zahnmensch meinte das da eventuell noch eine Zahnnachregulierung irgendwann notwendig sein könnte.
Aber ich muss sagen das die Vorteile daraus weit die Nachteile der Maske übertreffen. Jeder sagte mir ich jmüsse mich nun ein Leben lang an die Maske gewöhnen und mein Körpergewicht sei einfach zu hoch. Pustekuchen!
Natürlich möchte ich nun weiterhin abnehmen, aber ich bin dazu nicht mehr gezwungen, meine Leistung ist um ein Vielfaches gestiegen.
Nach einem Schlaflaborbesuch, wo ich 1 A Werte abgeliefert habe, bin ich nun zuversichtlich das dies so weitergeht. Ich hoffe das die Krankenkasse bald richtig reagieren werden, nämlich den Goldstandard des CPAP kippen werden. Es ist einfach nicht richtig das die Maske bezahlt wird und die Protusionsschiene keine Bezuschussung erhält.
Zwei meiner Kollegen haben nun ebenfalls eine Schiene in Anfertigung und einer nutzt sie schon seid mehreren Monaten erfolgreich. Es mag oft am Krankheitsbild liegen, also wie die Apnoe sich ausbildet. Mancher wird auch die Schiene nicht vertragen, aber wenn ich mein Umfeld so ansehe, haben immer mehr Apnoeprobleme oder zumindest die Symptome weisen auf eine eventuell zukünftige Erkrankung hin. Diese würden mit einer Schiene früh therapiert werden können ohne dann schwerwiegende Folgesymptome zu erleiden. Ein Umdenken der Therapie ist dringend geboten und wenn ich mir die Antwort meiner Krankenkasse darauf vor Augen führe, das die Ärzte darin aktiv werden müssen, dann frag ich mich wie lange viele Patienten darauf noch warten müssen.
Nicht jeder kann auf die Maske ganz verzichten, keine Frage, aber wenigstens die Chance darauf sollte man jedem geben und die Kosten dazu sind verhältnismäßig gering, am meisten verdient immer noch der Zahnmediziner, nicht der Techniker, denn die machen die ganze Arbeit!
Ich möchte hier nicht provokant gegen CPAP vorgehen, habe auch keine Werbung gemacht, hoffe ich, aber ich finde jeder Patient hat das Recht auf eine faire Behandlung und liegt nicht alleine immer im goldenen Standard, der Maske!